EU-Netzwerkprojekt Frankfurt (Oder) und seine Partnerstädte

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Bericht Europarat 2007

Grenzübergreifende Zusammenarbeit der Städte Frankfurt (O) und Slubice

im Jahr 2007

Im Jahr 2007 realisierte die Stadt Frankfurt (Oder) gemeinsam mit der Partnerstadt Slubice und den Partnerstädten Vantaa, Heilbronn, Nimes und Gorzów das EU-Projekt Tourismuskonferenz 2006/ 2007 der Partnerstädte  Frankfurt (O) und Slubice unter Beteiligung weiterer EU- Partnerstädte“. Das Projekt setzte sich aus verschiedenen Teilen zusammen: gemeinsame Präsentation der Partnerstädte auf der Frankfurter Tourismusmesse, Durchführung einer Konferenz zum Thema Kulturtourismus, Fotopleinair mit Fotografen aus Frankfurts Partnerstädten, Präsentation der Ergebnisse der Konferenz in Frankfurt, in Vantaa (Finnland) und in Nimes (Frankreich). Ziel der Konferenz waren die Förderung von Bürgerbegegnungen und der Ausbau des Dialogs zwischen den Partnerstädten durch Erarbeitung von speziellen Partnerstadtangeboten mit Hilfe touristischer Komponenten sowie die Nutzung der Städtepartnerschaften, um den individuellen Tourismus zwischen den Partnerstädten nachhaltig zu verbessern.

 
Am Fotopleinair „Panoderama“ nahmen jeweils zwei Fotografen aus Frankfurts Partnerstädten Slubice, Gorzow, Nimes, Heilbronn, Vantaa, Witebsk sowie aus Vratza (Bulgarien) teil. Sie porträtierten unter dem Motto „Frankfurt (Oder) und Slubice mit den Augen des Partners“ 24 Stunden lang die beiden Städte. Das Ergebnis dieses Fotoshootings wurde dann im Frankfurter Kleistforum gezeigt und erfreut sich Internet unter www.panoderama.de über großes Interesse.
Im Rahmen dieses Projektes entstanden eine viersprachige interaktive CD und ein viersprachiges Wissensquiz mit vielen Informationen über Frankfurt und seine Partnerstädte.
 
Einen Höhepunkt in der Zusammenarbeit zwischen Frankfurt (Oder) und Slubice stellte zum Jahresende der Beitritt Polens zum Schengener Abkommen dar. Aus diesem Anlass fand ab Mitternacht des 21. Dezember auf der Stadtbrücke zwischen beiden Städten, auf der bisher die Grenzkontrolle stattfand, eine fröhliche Veranstaltung statt. Bürger beider Städte und viele Offizielle aus beiden Staaten begrüßten die neuen Möglichkeiten des ungehinderten Reiseverkehrs als eine weitere Möglichkeit, die Nachbarländer kennenzulernen.
 
Im Jahr 2005 erhielt die Zusammenarbeit zwischen Frankfurt (O) und Slubice eine neue Qualität durch die aktive Beteiligung am durch die finnischen Stadt Imatra koordinierten Interreg IIIC EU- Projekt, einem internationalen Netzwerk der Zwillingsstädte „city-twins“.an dem die fünf Zwillingsstädte Imatra/  Svetogorsk (Finnland/ Russland), Tornio/ Haparanda (Finnland/Schweden), Narva/ Ivangorod (Estland/ Russland) und die deutsch-polnischen Zwillingsstädte Görlitz/ Zgorzelec  sowie Frankfurt (Oder)/ Slubice) teilnahmen.
Auf der Abschlusskonferenz im Dezember 2006 wurde im finnischen Imatra eine Vereinbarung über die Gründung der „City Twins Association“ unterzeichnet. Mitunterzeichner dieser Vereinbarung waren die Städte Frankfurt (Oder) und Slubice. Im November dieses Jahres fand in Lille eine Konferenz der MOT (Mission Opérationnelle Transfrontalière) statt mit 1000 Teilnehmern aus vielen europäischen Staaten, auf der die Zusammenarbeit dieser Netzwerke vereinbart wurde. Auf der Konferenz traten die beiden Bürgermeister von Frankfurt (O) und Slubice in der Eröffnungspodiumsdiskussion auf und berichteten über die langjährige Zusammenarbeit beider Städte. Im Auftrag der City Twins Association unterzeichnete der Frankfurter Oberbürgermeister die Gründungsurkunde der EUROMOT, einer strategischen Allianz für grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen MOT, CTA und Eixo Atlântico von der spanisch- portugiesischen Grenze. Der Sonderbeauftragte für Internationale Zusammenarbeit der Stadt Frankfurt (Oder) stellte spezifische Elemente der Zusammenarbeit sowohl in Lille, als auch auf einer finnisch-russischen Konferenz in Imatra/ Finnland und in der finnischen Partnerstadt Vantaa, sowie auf zahlreichen Veranstaltungen in Frankfurt(Oder) vor.
 
Zum Ende dieses Jahres trafen sich die Frankfurter und Slubicer Abgeordneten zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier in Frankfurt (O). Sie besuchten die restaurierte Marienkirche mit ihren wieder eingesetzten mittelalterlichen Bleiglasfenstern und ließen den Abend in einer ungezwungenen Atmosphäre im Eurocamp ausklingen.
Aus den bisher bestehenden drei gemeinsamen Ausschüssen der beiden Stadtverordnetenversammlungen wurde in der neuen Legislaturperiode der Slubicer Abgeordneten ein Ausschuss für Europäische Integration, in den jede Seite 5 Abgeordnete delegiert hat. Der Ausschuss trifft sich regelmäßig und diskutiert Fragen der weiteren Entwicklung beider Städte.
Auch die Bürgermeister von Frankfurt (Oder) und Slubice treffen sich zu regelmäßigen Beratungen und Meinungsaustauschen.
Die Stadt Slubice hat in diesem Jahr mit Unterstützung der Stadt Frankfurt (O) zwei Projekte realisiert, die sich mit der Geschichte befassen: in einem Projekt ging es um die Popularisierung des neuen Wappens der Gemeinde Slubice und in dem anderen um Sehenswürdigkeiten in Frankfurt (O) und Slubice und die (gemeinsame) Geschichte. Zur Teilnahme an dem Projekt waren Schüler aus Frankfurt und Slubice aufgerufen. Am zweiten Projekt nahmen auch Senioren aus beiden Städten teil, die über ihre ersten Erlebnisse im Kontakt mit den Nachbarn der anderen Seite berichteten. Bei beiden Projekten wählte eine Jury, die aus Frankfurtern und Slubicern bestand, die besten Arbeiten aus, die dann in einer kleinen Ausstellung in beiden Rathäusern gezeigt wurden.
In einer gemeinsamen Arbeit haben die Stadtverwaltungen von Frankfurt (O) und Slubice einen neuen „Topografischen Stadtplan Frankfurt (O) und Slubice“ im Maßstab 1:12.500 hergestellt. Neu ist u.a. die erstmalige Darstellung des Liniennetzes des öffentlichen Straßenverkehrs. Ein Beiheft ergänzt den Stadtplan. Neben dem Straßenverzeichnis, wichtigen Anschriften und Telefonnummern wird die Geschichte der Städte auf deutsch und polnisch
erzählt.
 
Besonders vielfältig waren in diesem Jahr wieder die grenzüberschreitenden Aktivitäten auf kulturellem Gebiet.
 
In diesem Jahr erschien der seit einigen Jahren monatlich für Frankfurt (Oder) erscheinenden Veranstaltungskalender „FreiZeit“ in deutscher und polnischer Sprache. 1.000 Exemplare wurden monatlich in Slubice verteilt und die Slubicer Veranstaltungen werden auch auf der Internetseite der Publikation veröffentlicht.
Auch der alljährliche Frankfurter Veranstaltungskalender erschien in diesem Jahr erstmals in deutscher und polnischer Sprache und enthielt die Veranstaltungen von Frankfurt (Oder) und Slubice.
 
Im Zusammenhang mit dem diesjährigen HanseStadtFest  „Bunter Hering“ in Frankfurt (O) fand in Frankfurt wieder ein deutsch-polnischer Unternehmerstammtisch statt, bei dem Unternehmer aus Frankfurt (O) und Slubice Erfahrungen austauschten und Kontakte knüpften.
Am Abschlusstag des Stadtfestes konnten wiederum die Teilnehmer des „Oderflis“ begrüßt werden, einer wassertouristischen Veranstaltung, die von der Hochschule für Ökonomie und Tourismus in Szczecin organisiert wird. Über das Flis wollen die Organisatoren unter der Jugend die Problematik der Bewirtschaftung der Oder propagieren. Darüber hinaus werden die Traditionen und Gebräuche der polnischen Flussflößerei popularisiert.
 
In Slubice fand im Oktober das 8. Internationale Musiktreffen „Musica Autumna 2007“ statt, dessen Höhepunkt die Aufführung von „Carmina Burana“ im Collegium Polonicum war. Ausführende dieses Chorwerkes waren u.a. auch der Akademische Chor der Frankfurter Europauniversität und des Collegium Polonicum sowie das Universitätsorchester „Viaphoniker“. Musikalische Veranstaltungen im Collegium Polonicum gehören inzwischen zum kulturellen Leben der Doppelstadt Frankfurt (Oder) und Slubice und finden immer mehr Zuhörer.
 
Im November fand bereits zum vierten Mal in Frankfurt (O) und Slubice das Festival „transVOCALE“ statt, ein europäisches Festival für Lied und Weltmusik, das gemeinsam vom Frankfurter Kleist-Forum und dem Slubicer Kulturhaus veranstaltet wurde. Dabei traten Sängerinnen und Sänger, Bands und Ensembles aus aller Herren Länder eine dreitägige musikalische Weltreise an und begeisterten das Publikum in beiden Städten.
 
Bereits zum fünften Mal wurde in der Reihe „Herbstsalon der polnischen Literatur“ durch die in Frankfurt (O) lebende Übersetzerin Karin Wolff Geschichte durch Geschichten vermittelt. Insbesondere auch für ihr Anliegen, gegen Vorurteile und Unkenntnis anzugehen, erhielt sie bereits zahlreiche deutsche und polnischen Auszeichnungen.
 
Das Sprachenzentrum des Collegium Polonicum in Slubice rief zu einem Wettbewerb unter dem Motto „Wenn ich an Deutschland denke“ auf, an dem sich 23 Teilnehmer aus Slubice und Umgebung beteiligten.
 
An der Frankfurter Musikschule gibt es mehrere deutsch-polnische Projekte. Das sind neben dem deutsch-polnischen Jugendorchester, die deutsch-polnische Bigband und deutsch-polnische Streicher-, Gitarren- und Akkordeonensembles. In Zusammenarbeit mit der Slubicer Musikschule fanden die Internationalen Gitarrentage statt. Im Oktober wurde ein deutsch-polnischer Klavierworkshop durchgeführt.
 
Im Frankfurter Museum Junge Kunst wurde 2007 in Zusammenarbeit mit der Galerie BWA Zielona Góra eine Ausstellung polnischer Künstler mit dem Titel „1,2,3 – Überraschung“ gezeigt.
 
Die Frankfurter Volkshochschule arbeitet seit vielen Jahren mit dem Slubicer Kulturhaus SMOK zusammen. 2003 wurde eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, die die gemeinsame Planung und Durchführung von Sprachkursen, die Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Kunst- und Kulturprojekten und die zukünftige Erweiterung der Angebotsstruktur beider Einrichtungen für deutsch-polnische Kurse / Veranstaltungen beinhaltet.
Grundsätzlich ist das Angebot der Volkshochschule für polnische Bürger offen.  Es wird im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ aktiv genutzt, die Kurse hier sind für polnische Nutzer generell ermäßigt.
 
Die Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (O) arbeitet seit mehreren Jahren mit der Slubicer Stadt- und Gemeindebibliothek und auch mit der Bibliothek des Collegium Polonicum in Slubice zusammen. Ca. 60 Nutzer aus Polen sind in der Frankfurter Bibliothek als Leser angemeldet.
Die Stadt- und Regionalbibliothek realisiert alljährlich in enger Zusammenarbeit mit der Grundschule Nr. 1 in Slubice und der Grundschule „Mitte“ in Frankfurt (O) deutsch-polnische Projekte. In diesem Jahr wurde unter Anleitung professioneller Künstlerinnen vom Theater Frankfurt in mehreren Workshops das Märchen von der Entstehung des Stadtwappens von Warschau adaptiert. Anschließend wurde das Stück im Rahmen der Frankfurter Theatertage für Kinder und Jugendliche aufgeführt.
 
2007 fanden wiederum die studentischen Theatertage „UNITHEA“ statt. Unter dem Motto „Tauchgang – Zanurzenie“ feierte das deutsch-polnische Theaterfestival in Frankfurt (Oder) und Slubice sein zehnjähriges Bestehen. 
 
Das deutsch-polnische Literaturbüro „Oderregion“ e.V. führte auch in diesem Jahr die „Nacht der Poesie“ durch. Im Mittelpunkt standen die literarischen Beziehungen mit Autoren aus Zielona Góra und der dortigen Kulturzeitschrift „Pro Libris“.
 
Die Chöre der Frankfurter Singakademie (Großer Chor, Knabenchor) traten in diesem Jahr mit großem Erfolg in Polen und Litauen auf.
 
Unter Anleitung von Mitgliedern der Frankfurter Fanfarengarde erlernen seit Januar 2006 Slubicer Kinder ein Instrument. Seit Februar 2006 gibt es eine Majorettengruppe, in der Mädchen zwischen 9 und 16 Jahren aus Slubice und Frankfurt (O) gemeinsam tanzen. Neben Auftritten im Frankfurter Kleistforum und im Slubicer Stadion nahmen die Musiker und Majoretten mit sehr gutem Erfolg an den 15. Uckermärkischen Blasmusiktagen teil und gewannen den Sonderpreis für sehr gute Nachwuchsarbeit.
 
Die Veranstaltungen des Kulturlandes Brandenburg 2007 standen ganz im Zeichen des Wassers. Die Auftaktveranstaltung am 11. Mai fand in Frankfurt (O) statt. Daran schlossen sich das Stadtfest Slubice und die Slubfurter Wasserspiele an.
 
 
Frankfurt (O) als Sportstadt hat vielfältige Aktivitäten auf sportlichem Gebiet aufzuweisen.
 
Am 17. Sport- und Spielfest der Frankfurter Sportunion im März nahmen 1.000 sportinteressierte Eltern und Kinder teil, darunter etwa 50 aus Slubice. Frankfurter Sportler sind regelmäßige Teilnehmer bei Slubicer Sportmeetings, wie z.B. an den traditionellen Läufen zum Tag der Unabhängigkeit, und Frankfurter Einwohner nutzen den neuen Golfplatz in Slubice.
 
Am 29. April fand im Slubicer Sportstadion eine deutsch-polnische Benefiz-Veranstaltung der neu gegründeten Fußball-Traditionsteams von Dynamo Frankfurt und Polonia Slubice statt. Der Erlös des Spiel war für den Wiederaufbau des abgebrannten Slubicer Basars bestimmt.
 
Ende Mai fand im Frankfurter Stadion die Veranstaltung „Fit für die Schule“ statt, bei der sich 400 Frankfurter und Slubicer Vorschulkinder zu Sport und Spiel trafen.
 
Auch die Verwaltungsmitarbeiter trafen sich mehrmals im Jahr zu gemeinsamen Sportveranstaltungen: Radtouren, Volleyballspiel und das traditionelle Fußballspiel der Verwaltungen der Städte Frankfurt (Oder) und Slubice und des Kreises Slubice.
Der Stadtsportbund hatte zu einem Volleyballturnier der Hilfsorganisationen eingeladen, an dem neben Mannschaften der Frankfurter Hilfsorganisationen DRK, THW. DLRG und der Feuerwehr auch eine Mannschaft der Slubicer Feuerwehr und der Frankfurter und Slubicer Stadtverwaltung teilnahmen.
Slubice war in diesem Jahr auch Start- und Zielort des „Blumenlaufes“, der dem Andenken an Johannes Paul II gewidmet war und an den Grenzen des polnischen Staates entlang führte. Gemeinsam mit den Slubicer Kollegen liefen auch die Frankfurter einen Teil der Strecke mit bzw. bewältigten sie mit dem Fahrrad.
 
Im September fanden zum dritten Mal die Sportspiele der Jugend der Grenzstädte in Frankfurt (O) und Slubice statt. Ideengeber für diese dreitägige sportliche Veranstaltung war der gemeinsame Kultur- und Sportausschuss der Stadtverordnetenversammlungen von Frankfurt (O) und Slubice. Es gab Wettkämpfe in der Leichtathletik, im Fußball und im Tischtennis. Die Jüngsten – im Alter von 6 Jahren – maßen ihre Geschicklichkeit bei Staffelspielen.
 
Jugendliche aus Frankfurt nahmen wieder am Jugendcamp in der finnischen Partnerstadt Vantaa teil. Zur Teilnahme an diesem Camp lädt Vantaa seit Jahren jeweils eine Gruppe aus allen Partnerstädten ein. Dieses Jugendcamp in Vantaa diente als Vorbild für das Frankfurter Eurocamp, das im Sommer bereits zum 9. Mal wieder für zwei Wochen Gastgeber war für je zehn Jugendliche aus Frankfurts Partnerstädten Heilbronn, Slubice, Gorzów, Nimes, Witebsk und Kadima (Israel) sowie dem bulgarischen Vratza, die dort unvergessliche Tage verbrachten und viele neue Kontakte knüpften.
Unter dem Motto „Gemeinsam Grenzen überwinden“ trafen sich mehr als 100 Jugendliche aus sechs Ländern auf multilateraler Ebene im EuroCamp am Helenesee. Orientiert an der umfassenden Thematik von  „Gesundheit – liebe Welt“ erlebten sie zahlreiche gemeinsame Events, arbeiteten in theorie- und/oder praxisorientierten Workshops, veranstalten Gesprächsrunden, sportliche Wettbewerbe und Ausflüge. Dabei und in der verbliebenen freien Zeit entstanden viele Gelegenheiten, sich gegenseitig kennen zu lernen. Die Jugendlichen wurden täglich aufs Neue mit verschiedenen Kulturen und anderen Kulturkreisen konfrontiert und entwickelten schnell Interesse an anderen Lebensweisen und Werten. Darin sehen wir einen ersten wichtigen Schritt weg von Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit auf gesellschaftlicher Ebene hin zur Akzeptanz anderer Kulturen. In 14 Tagen machten die Jugendlichen die eigene Erfahrung, dass ein friedliches Zusammenleben trotz aller Unterschiede möglich ist und Spaß machen kann. Sie erfuhren, dass man dazu eigene Anschauungen manchmal überdenken, aber in keinster Weise die eigene Identität aufgegeben muss. Sie freuten sich über Gemeinsamkeiten, redeten über Unterschiede und entdeckten sich selbst oft neu.
Durch den Erfolg dieses Projekts können jetzt 100 Jugendliche in ihren Heimatstädten und –ländern als Multiplikatoren für ein friedliches Miteinander der verschiedenen Völker in Europa und der Welt auftreten.
Die Öffentlichkeit der Stadt Frankfurt (Oder) wurde über alle Aktivitäten, die im Rahmen des 9. Internationalen Sommercamp teilnahmen stetig informiert. So war die MOZ mehrmals zu Gast und berichtete immer wieder über kleine und größere Highlights im Campleben. Zum anderen konnten wir bei verschiedenen Events interessierte Bürger und geladene Gäste begrüßen. Diese werden automatisch von ihren Eindrücken berichten und somit unsere Idee noch weiter verbreiten.
Das diesjährige Sommerfest der Partnerstädte war dem 20-jährigen Jubiläum der Partnerschaft mit Vantaa und dem 10-jährigen Jubiläum der Partnerschaft mit Kadima und Yuma (USA) gewidmet.
 
 
Frankfurter Schulen haben vielfältige Kontakte zu Partnerschulen in anderen Ländern, mit denen auch in diesem Jahr wieder gemeinsame Projekte realisiert wurden:
·         Die Frankfurter Grundschule Mitte arbeitet seit vielen Jahren mit der Grundschule Nr. 1 in Slubice zusammen. In diesem Jahr wurde gemeinsam mit der Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (O) und der Slubicer Bibliothek ein Märchenprojekt realisiert.
Die Schule beteiligte sich auch gemeinsam mit der Slubicer Partnerschule am Workshop zum neuen Stadtwappen von Slubice.
·         Die Grundschule in Frankfurt (Oder) – Boßen hat seit mehr als 12 Jahren enge Partnerschaftsbeziehungen zu einer Grundschule im polnischen Rzepin. Eine Kollegin aus Rzepin führt einmal wöchentlich einen Sprachkurs für die Frankfurter Schüler durch. Eine Frankfurter Lehrerin fährt einmal wöchentlich nach Rzepin und betreut dort eine Gruppe von 20 Schülern in einer Arbeitsgemeinschaft Deutsch. Regelmäßig finden Begegnungen beider Gruppen statt. Schülergruppen beider Schulen führten im Sommer ein 5-tägiges Sprachlager an der polnischen Ostsee durch. 
·         Die Frankfurter Grundschule „Am Botanischen Garten“ hat eine Partnerschaft mit der 2. Grundschule in Slubice. Im Rahmen dieser Partnerschaft wurden zwei Schulvergleiche im Hallenfußball durchgeführt. Eine Slubicer Mannschaft nahm am Kinderfest und am Leichtathletiksportfest der Frankfurter Partnerschule teil.
·         Seit zehn Jahren gibt es bereits eine Schulpartnerschaft zwischen der Frankfurter Hutten-Gesamtschule und einer Schule in Ziguinchor in der Republik Senegal. In diesem Jahr war wieder eine Gruppe aus dem Senegal für drei Wochen zu Gast in Frankfurt. Das Thema diesmal war die Gesundheit. 
Die Hutten-Gesamtschule arbeit bereits im dritten Jahr am Comeniusprojekt „Let´s read. Let´s write“ mit. Im Rahmen dieses Projektes hielten sich die Schüler für eine Woche in Strassburg auf.
·         Die Frankfurter Waldorf-Schule führt einen Schüleraustausch mit der Waldorfschule in Bielsko-Biala (Polen) durch. Schüler der 6. Klasse fahren jeweils für eine Woche in die Partnerstadt und sind in Familien untergebracht.
Seit drei Jahren bestehen Kontakte zum Liceum Ogólnoksztacace in Slubice. Für die Schüler wird der Deutsch- bzw. Polnischunterricht in Tandemgruppen durchgeführt.
·         Das Konrad-Wachsmann-Oberstufenzentrum unterhält Kontakte zu einer Partnerschule in der Slowakei und zu einem Lycee professionel in Brest (Frankreich). In diesem Jahr waren 12 französische Schüler für drei Wochen zu Gast in der Frankfurter Einrichtung. Im Gegenzug absolvierten 12 deutsche Auszubildende ein vierwöchiges Praktikum in der Partnereinrichtung.
·         Seit zwei Jahren gibt es zwischen dem Frankfurter Oberstufenzentrum I und einem Gorzower Oberstufenzentrum eine Schulpartnerschaft. In diesem Jahr wurde gemeinsam ein Wirtschaftsprojekt erarbeitetet. Die Schüler beider Schulen hatten über mehrere Wochen die beiden Wirtschaftsregionen Frankfurt und Gorzów analysiert. Im Ergebnis der Analyse wurde nicht nur der Entwicklungsstand ermittelt, sondern auch herausgefunden, wo noch Potentiale liegen. 
·         Das Frankfurter Gauß-Gymnasium nahm an den Vorrunden des weltweiten Wettbewerbs „Odyssey of the mind“ teil. Es gibt einen Schüleraustausch mit einer Einrichtung in Auvergne (Frankreich). Mit dem Lyzeum im polnischen Kostrzyn wurden gemeinsam mathematisch-naturwissenschaftliche Wettbewerbe veranstaltet.
 
·         Im Rahmen des Projektes „Biulding Bridges“ waren 32 Schüler und Lehrer aus vier Schulen von Frankfurt und Slubice in Israel. Dort haben die jungen Leute weiter die Biografien ehemaliger Frankfurter erforscht und nahmen gemeinsam mit israelischen und palästinensischen Partnern an workshops teil.
Der Gegenbesuch von 30 arabischen und jüdischen Jugendlichen und drei Pädagogen in Frankfurt (O) fand im Dezember statt.
 
·          Seit etwa 20 Jahren besteht der Kontakt zwischen dem Überbetrieblichen Ausbildungszentrum Frankfurt (O) und der Bauschule in Gorzów (Polen).
Im Mai fand ein länderübergreifendes Projekt zur Berufsförderung statt. Auf Einladung des ÜAZ Bauwirtschaft waren jeweils 6 Jugendliche und ein Betreuer aus Frankfurts Partnerstädten Gorzów und Witebsk nach Frankfurt gekommen und erwarben neue berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten im Verkehrswegebau. Neben dem gemeinsamen Lernen und Arbeiten wurde auch viel Freizeit miteinander verbracht.
·         Seit 1992 funktioniert das deutsch-polnische Schulprojekt in Frankfurt: 78 Mädchen und Jungen aus Polen lernen z.Zt. am Karl-Liebknecht-Gymnasium. Die Schüler werden in der 10. Klasse aufgenommen und erwerben nach vierjähriger Ausbildung die allgemeine Hochschulreife. Dem Charakter des Projektes trägt zweisprachiger Unterricht in einigen Fächern, z.B. in Kunst und Musik, Rechnung. Das herkömmliche deutsch-polnische Schulprojekt (gemeinsames Lernen deutscher und polnischer Schüler in den Jahrgangsstufen 10 bis zum Abitur in der Jahrgangsstufe 13) wird seit 2005 mit einer erweiterten Basis in der Sekundarstufe I versehen. Dazu erfolgt in den Jahrgangsstufen 7 – 9 eine enge Zusammenarbeit mit dem Partnergymnasium in Slubice.
·         Im Otto-Brenner-Gymnasium war in diesem Jahr wieder eine Klasse aus der Partnerschule im belorussischen Witebsk zu Gast. Diese Partnerschaft besteht seit 1995. Die Schüler besuchen sich abwechselnd. Auf diese Weise sind schon viele Freundschaften zwischen den Schülern und auch den Lehrern entstanden.
·         In dem Projekt „Frühstart in die Nachbarsprache“ des Grenzüberschreitenden Zentrums für Fremdsprachenvermittlung der Europauniversität Viadrina begegnen Kinder in Kitas der deutsch-polnischen Grenzregion der jeweiligen Sprache des Nachbarlandes. An dem Projekt sind insgesamt 13 Kitas mit rund 250 Kindern aus beiden Ländern beteiligt. Deutsche und polnische Studenten gehen mindestens einmal, oft auch mehrmals in der Woche, in die Kitas und bringen den Kindern vor allem spielerisch erste Wörter und Redewendungen der Sprache des Nachbarlandes bei.
 
In diesem Jahr feierte die deutsch-polnische Seniorenakademie ihr siebenjähriges Bestehen. Monatlich finden interessante Vorträge abwechselnd auf der deutschen und auf der polnischen Seite zu interessanten Themen statt. Besucher der Vorlesungen sind nicht nur Senioren aus beiden Städten und dem Umland, sondern auch interessierte Bürger beider Städte. . Im akademischen Jahr 2006/2007 fanden insgesamt neun Veranstaltungen statt. Die Anzahl der Besucher schwankte je nach Thema zwischen 80 und 230.
Alljährlicher Höhepunkt für die Senioren ist das deutsch-polnische Seniorensportfest, das in diesem Jahr bereits zum 13. Mal stattfand. Daran nahmen 150 deutsche und polnische Senioren teil.
 
Auf dem Gebiet des Gesundheitswesens gibt es eine Zusammenarbeit zwischen dem Frankfurter Gesundheitsamt und der Partnereinrichtung des Kreises Slubice. So fanden am 5. und 6. November die deutsch-polnischen Jugendfilmtage zum Thema „Liebe, Freundschaft, Sexualität, HIV und AIDS“ statt. Dabei besuchten etwa 1.000 deutsche und polnische Jugendliche die Filmveranstaltungen und informierten sich an den Ständen der Kooperationspartner.
 
In der Zusammenarbeit mit dem Nachbarkreis Slubice besteht die engste Zusammenarbeit (seit Jahren) zwischen den Berufsfeuerwehren der Stadt Frankfurt und des Kreises Slubice. Jährlich wird eine Vereinbarung über Zusammenarbeit unterzeichnet, die Erfahrungsaustausche, gemeinsame Übungen aber auch gemeinsame Feiern beinhaltet.
In diesem Jahr hat sich die jahrelange Zusammenarbeit der Feuerwehr auch in der Praxis bewährt. Der bekannte große Basar in Slubice brannte im Januar lichterloh. Die Slubicer Feuerwehrleute baten auch ihre Frankfurter Kollegen um Hilfe beim Löschen des Brandes. Dabei kamen 95 deutsche Feuerwehrleute zum Einsatz und halfen, Schlimmeres zu verhindern, indem sie die nahegelegene Tankstelle vor dem übergreifenden Feuer schützten.
Die Feuerwehren aus Frankfurt (O) und Slubice haben sich in diesem Jahr gemeinsam um die Ausrichtung der Feuerwehrsternfahrt 2011 in ihren Städten beworben. Vertreter beider Städte, unter ihnen die Bürgermeister und der Slubicer Landrat, stellten ihre Bewerbung auf der diesjährigen Feuerwehrsternfahrt im österreichischen Stumm vor – und erhielten den Zuschlag! Nun beginnt die gemeinsame Arbeit, um im Jahr 2011 ein würdiger Gastgeber für Tausende von Feuerwehrleuten aus ganz Europa zu sein.
 
Auf der Frankfurter Caravan- und Tourismusmesse stellten sich im Rahmen des Frankfurter EU-Projektes die Partnerstädte Frankfurt (O), Gorzow, Slubice, Heilbronn, Witebsk und Vantaa auf einem gemeinsamen Stand vor und warben für ihre Region. Parallel zur Messe fand die III. Internationale Kulturtourismuskonferenz statt, auf der sich auch Frankfurters Partnerstädte mit ihren touristischen Möglichkeiten präsentierten.
Polnische Firmen sind in immer stärkerem Maße auf allen Messen vertreten, so auch auf der Messe für Fitness, Wellness und Gesundheit unter dem Motto „Aktiv und Gesund in der Grenzregion“ sowie auf der deutsch-polnischen Weihnachtsmesse „Weihnachten 2007“, die in diesem Jahr bereits zum dritten Mal stattfand. Für diese Messe hatte die Stadt Slubice den Weihnachtsbaum gestiftet.
Auf der Frankfurter „Oderlandmesse“ im Oktober waren die Städte Frankfurt und Slubice wieder auf einem gemeinsamen Stand vertreten.
Auch auf der Messe im polnischen Gorzów im September warben beide Städte ebenfalls gemeinsam auf einem Stand für ihre Region.
Der diesjährige Frankfurter Weihnachtsmarkt wurde bereits zum dritten Mal als deutsch-polnischer Weihnachtsmarkt gestaltet, auf dem auch polnische Kulturgruppen auftraten.
 
Im Rahmen der Vereinbarung über die städtepartnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Frankfurt (Oder) und dem belarussischen Witebsk wurden 90 Werke der Malerei und Grafik der beiden Frankfurter Künstler Manfred Neumann und Günther Neubauer von Knobelsdorf in Witebsk gezeigt.
 
Die polnische Partnerstadt Gorzów hat in diesem Jahr ihr 750-jähriges Stadtjubiläum begangen. Aus diesem Anlass fanden viele Veranstaltungen statt, an denen Frankfurter Kulturgruppen und eine offizielle Delegation aus Frankfurt (O) teilnahmen.
 
Eine Delegation der Stadt Frankfurt weilte im September zu einem Arbeitstreffen in der französischen Partnerstadt Nimes und führte dort Gespräche mit Vertretern des Büros für Tourismus und der Stadtverwaltung, besuchte Jugendeinrichtungen, Schulen und die Universität. Gemeinsam sollen jetzt Programme für Städte- und Kulturtouristen erarbeitet werden. Bereits Ende November besuchten zwei Deutschlehrerinnen aus Nimes Frankfurt (Oder) und vereinbarten für 2008 konkrete Schüleraustauschprogramme.
 
Seit mehreren Jahren sind deutsche und polnische Polizeibeamte gemeinsam im
Streifendienst im Grenzgebiet unterwegs. Im Laufe des Jahres haben sie sich auch auf den Beitritt Polens zum Schengener Abkommen und die Aufhebung der Grenzkontrollen vorbereitet. Sie nahmen an einem Sprachkurs teil, um sich bei der Arbeit beiderseits der Oder mit den Einwohnern richtig verständigen und die Akzeptanz verbessern können.
 
In der Stadt Frankfurt (Oder) gibt es weitere vielfältige internationale Beziehungen, die in diesem Bericht nur am Rande erwähnt sein sollen.
Kooperationsprojekte gibt es zwischen den Handwerkskammer, den IHK´s, dem Netzwerk der Business and Innovation Centers; das Frankfurter Institut für umweltorientierte Logistik veranstaltet viermal im Jahr die deutsch- polnischen Verkehrsgespräche, das BBW betreibt das deutsch- polnische Ausbildungsprojekt „Lernende Fabrik“, der Internationale Bund für
Sozialarbeit und die Oberstufenzentren unterhalten Kontakte insbesondere mit polnischen Partnern.
 
Die Frankfurter Europa Universität Viadrina hat 5000 Studierende aus 75 Ländern, wobei mit einem Drittel der Studentenschaft die polnischen Studierenden den Hauptanteil ausmachen.
Die Universität arbeitet in enger Partnerschaft mit dem Collegium Polonicum in Slubice, einer gemeinsamen Einrichtung der Viadrina und der Adam- Mickiewicz Universität Poznan.
 
Internationale Studentenorganisationen wirken erfolgreich an der Viadrina: die Interstudis,
Elsa, Spotkanie, Lahoda, AEGEE, AIESEC und der international besetzte AStA.
Die Viadrina kooperiert mit mehr als 140 akademischen Institutionen weltweit, das Spracheninstitut bietet sieben Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch, Russisch und Schwedisch), die Studenten leben und studieren auf beiden Seiten der Grenze, wo sich moderne multilinguale Bibliotheken befinden
Die enge Verbindung zwischen Stadt und Uni wird auch dadurch demonstriert, dass der Oberbürgermeister alljährlich die neuen Studenten zu einem Empfang in das Rathaus einlädt, auf dem sie alles Wissenswerte über ihre neue Gastgeberstadt erfahren.
 
 
Frankfurt (Oder), den 20.12.2007
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