EU-Netzwerkprojekt Frankfurt (Oder) und seine Partnerstädte

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Bericht Europarat 2010

 

Internationale Zusammenarbeit der Stadt Frankfurt (Oder) mit Schwerpunkt gemeinsamer grenzübergreifender Aktivitäten
mit der polnischen Nachbar- und Partnerstadt Słubice im Jahr 2010  *   Album auf Flickr

Die Zusammenarbeit der Nachbar- und Partnerstädte Frankfurt (Oder) und Słubice ist ein wichtiges kommunales Anliegen. Sie erfolgt auf den unterschiedlichsten Ebenen und fördert neben den unten dargestellten mannigfaltigen internationalen Begegnungen zwischen Einrichtungen, Vereinen und Bürgern auch die offizielle Zusammenarbeit beider Städte mit Behörden und Kommunen aus dem Ausland.

Gemeinsam sind beide Städte Mitglied der Euroregion Pro Europa Viadrina, in der Frankfurts Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke als derzeitiger Präsident wichtige Entscheidungen für die grenzübergreifende Zusammenarbeit der gesamten Grenzregion verantwortet. Gemeinsam sind beide Städte Mitglied in der City Twins Association (CTA), einem Netzwerk europäischer Doppelstädte.

Als lokaler Partner von Słubice war Frankfurt (Oder) an einem URBACT- Projekt beteiligt, dessen Leadpartner die Mission Opérationnelle Transfrontalière (MOT) war. Ziel des Projektes war es, gemeinsame Strukturen zu entwickeln und Konzepte für eine nachhaltige Entwicklung der Städte zu erarbeiten. Frankfurt und Słubice können hierbei von anderen Grenzstädten lernen, um die Grenzlage für die wirtschaftliche Entwicklung zu nutzen und die gemeinsame Identität zu stärken.
Im Rahmen dieses Projektes fand 2009 in Słubice die dreitägige „ Frankfurt-Słubicer Zukunftskonferenz“ statt, auf der rund 200 Polen und Deutsche gemeinsam Ideen entwickelt haben, wie sich die Nachbarstädte bis zum Jahr 2020 entwickeln können. In deren Ergebnis kam man überein, gemeinsam einen „Frankfurt-Słubicer Handlungsplan 2010-2020“ zu erarbeiten. Ziel ist die weitreichende Zusammenarbeit der beiden Städte, bis hin zu einer gemeinsamen Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklungsplanung. Im April 2010 wurde dieser Plan dann von der gemeinsamen Stadtverordnetenversammlung beider Städte beschlossen.
Die Zusammenarbeit im Rahmen des URBACT-Projektes, insbesondere die Umsetzung  und Fortschreibung des gemeinsamen Handlungsplanes steht auch auf der Tagesordnung der alle zwei Monate stattfindenden Beratung des gemeinsamen Ausschusses für Europäische Integration der Stadtverordnetenversdammlungen von Frankfurt (O) und Słubice.
Mitarbeiter beider Stadtverwaltungen habe in diesem Jahr in unterschiedlichen gemeinsamen Projektarbeitsgruppen gearbeitet, in denen Projekte erarbeitet und befördert werden, die für beide Städte von Bedeutung sind.
Im Rahmen der verschiedenen EU-Förderprogramme ist die Stadt Frankfurt Leadpartner bzw. Partner bei verschiedenen grenzüberschreitenden Projekten, die zur Antragstellung eingereicht wurden:
·         Leadpartner im grenzüberschreitenden Projekt „Stärkung der interkommunalen Zusammenarbeit in der Europäischen Doppelstadt Frankfurt (Oder) – Słubice und Entwicklung eines deutsch-polnischen Kompetenz- & Kooperationszentrums (K&K) als Muster der neuen Generation der grenzübergreifenden Kooperation“, für das eine Förderung im Rahmen von INTERREG IV A bewilligt wurde. Das Projekt läuft über drei Jahre und wird gemeinsam mit der Stadt Słubice realisiert.
·         Partner im grenzüberschreitenden Projekt (INTERREG IV A) „Die Oder für Touristen 2014 – Entwicklung des Wassertourismus im grenzübergreifenden Gebiet der Mittleren Oder – Phase II“ mit dem Teilprojekt „Marina Winterhafen“. Leadpartner ist die polnische Stadt Nowa Sól.
·         Einreichung des Folgeprojektes „Die Oder für Touristen 2014 – Entwicklung des Wassertourismus im grenzübergreifenden Gebiet der Mittleren Oder – 2. Ausbaustufe in Frankfurt (Oder)“ als Leadpartner.
·         Bildung ohne Grenzen – Schaffung des polnisch-deutschen Vorschulbildungssystems samt der Infrastruktur in Słubice in Kooperation mit der deutsch-polnischen Eurokita in Frankfurt (Oder)
·       Partner im grenzüberschreitenden Projekt (INTERREG IV A) „Bolfrashaus – Kleistturm“, der Leadpartner ist die Arbeiten und Wohnen in historischen Gebäuden gGmbH Frankfurt (Oder).
·           Partner im grenzüberschreitenden Projekt (INTERREG IV A) „Jakobswege im deutsch-polnischen Grenzraum“.
·         In Vorbereitung sind die grenzüberschreitenden Projekte (INTERREG IV A, SPF) „KleistRadweg Frankfurt (Oder) – Słubice“  und „Deutsch-polnischer Erlebnisführer Frankfurt (Oder) – Słubice“, für die eine Förderung im Rahmen von Interreg IV A SPF beantragt wird. Bei beiden Projekten ist Frankfurt (Oder) der Leadpartner.
·           In Vorbereitung ist weiterhin ein möglicher Förderantrag für einen grenzüberschrei-tenden ÖPNV für die Doppelstadt Frankfurt (Oder) – Słubice. In Arbeit ist aktuell die Erarbeitung einer „Strategie für den ÖPNV für die Doppelstadt Frankfurt (Oder) – Słubice“, die im Februar 2011 vorliegen soll.
Zu diesem Thema gibt es mehrere deutsch-polnische Fach-Arbeitsgruppen, die regelmäßig tagen.
·         Gemeinsam mit der Stadt Słubice wurde ein INTERREG-Antrag zur Erstellung eines gemeinsamen Stadtentwicklungskonzeptes (GINSEK) erarbeitet und eingereicht.
·           Die Stadt Frankfurt nimmt darüber hinaus an Regionalkonferenzen im Rahmen des MORO-Projekts „Stärkung der Stadt- und Metropolenregionen durch bessere Erreichbarkeit zwischen Deutschland und Polen“ teil.
·           Zahlreiche SPF-Projekte der territorialen Zusammenarbeit „Von Mensch zu Mensch“ zur Durchführung des gemeinsamen Hansestadtfestes und weiterer Festivals, gemeinsamer Ausstellungen mit Jugendbegegnungen, Zusammenarbeit von Musikformationen und Vereinen
Ein Ausdruck der Anerkennung des Engagements der Frankfurter Kollegen für die deutsch-polnischen Beziehungen sind Auszeichnungen, die Frankfurtern in diesem Jahr von den polnischen Partnern verliehen wurden: der ehemalige Oberbürgermeister von Frankfurt (O), Martin Patzelt, wurde bei einer Veranstaltung anlässlich des 10. Jahrestages der Unterzeichnung der „Gemeinsamen Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen der Wojewodschaft Lubuskie und dem Land Brandenburg“ in Zielona Góra für seine Verdienste um die Wojewodschaft Lubuskie ausgezeichnet. Die Słubicer Partner ehrten seinen jahrelangen Einsatz für die deutsch-polnischen Beziehungen mit dem Titel „Ehrenbürger Słubices“ anlässlich der Festveranstaltung 20 Jahr kommunale Selbstverwaltung Słubices, bei der weitere drei Frankfurter mit dem Titel „Botschafter Słubices“ ausgezeichnet wurden.
Auf der Grundlage der Erfahrungen städtepartnerschaftlicher Netzwerkarbeit hat die Stadt Frankfurt (Oder) als Leadpartner gemeinsam mit den Partnerstädten Słubice und Gorzow (Polen), Vantaa (Finnland), Nîmes ( Frankreich) und Heilbronn unter Hinzuziehung des bulgarischen Partners Vratsa im Rahmen des Europäischen Bürgerschaftsprogramms TOWN TWINNING MULTI-ANNUAL PROJECTS FOR NETWORKS OF TWINNED TOWNS 2008 einen Projektantrag „Vernetzung PPP-Strukturen zwischen den Partnerstädten von Frankfurt (Oder)“ eingereicht und wurde als eines von 10 Projekten in Europa zur Förderung ausgewählt.  Das Projekt besteht aus verschiedenen Teilprojekten, die bis Anfang 2011 reali-
siert werden.
 
Frankfurt (Oder) und Słubice haben als aktive Mitglieder in der “HANSE der Neuzeit” ihre Städte auf dem Hansetag im 2010  in Pärnu (Estland) präsentiert.
Das 12. Sommercamp der Frankfurter Partnerstädte, im Rahmen des Städtepartner-schaftsnetzwerkes mit 118 Teilnehmern aus 10 Städten und 6 Ländern durchgeführt, setzte die kontinuierliche Zusammenarbeit der Partnerstädte im Jugendbereich erfolgreich fort. Die Rolle der Gastgeber füllte zum dritten Mal ein deutsch-polnisches Kompetenzteam aus, das sich ganzjährig auf diese Aufgabe vorbereitete. Die Qualität der Arbeit des diesjährigen Kompetenzteams war wohl die reifste Leistung seit Existenz dieser „gemischten“ Gruppe.
Es ist bereits eine nicht wegzudenkende Tradition, die zweiwöchige Begegnung im EuroCamp Am Helenesee mit einer internationalen Jugendkonferenz zu eröffnen. In der dreitägigen Veranstaltung erarbeiteten die jungen Menschen unter kompetenter Anleitung das Thema „Gesellschaft – Gemeinschaft“ in gemischten Arbeitsgruppen. Die mehrstündige öffentliche Präsentation der Workshopergebnisse im Frankfurter Rathaus zeigte mehr als deutlich, mit welchem Verantwortungsbewusstsein sich die Jugendlichen dem Gestaltungsprozess Europas und der Welt stellen und wie kreativ und originell sie die anstehenden Aufgaben gemeinsam lösen wollen.
Im weiteren Verlauf der Jugendbegegnung fanden zahlreiche Workshops statt, wie Fotografieren, Tanzen, Theater, Modeln, Kreative Gestaltung, Trommeln, Stelzenlauf u. a., die die vorher theoretisch erarbeiteten Grundsätze jetzt in der Praxis prüften. Da von vornherein geplant war, die Workshopergebnisse am Abschlussabend „abzurechnen“, arbeiteten alle sehr intensiv, konzentriert und zielorientiert, ohne dass der Spaß verloren ging. Ein überraschendes Ergebnis war, dass die „Gemeinschaft“ so ernst und konsequent gelebt wurde, dass bei den Präsentationen verschiedene Workshops in Eigendynamik zusammenfanden (z. B. Trommeln, Stelzenlauf und Gesang).
Die interkulturelle Arbeit im Camp wurde mit Exkursionen nach Frankfurt (Oder), Słubice und in die Region ergänzt. Als neuen Partner für die Programmgestaltung konnte erstmals die Europa Universität Viadrina gewonnen werden.
Mit dem Promenadenkonzert an der Oder, einem Glückschweinrennen auf der Oder und der Gestaltung des öffentlichen Sommerfestes der Partnerstädte ist es auch nachweislich gelungen, Frankfurter Bürger aller Altersgruppen die Teilhabe an diesem Treffen zu ermöglichen.
 
Für das diesjährige internationale Fotopleinair „PanODERama“ im Oktober wählten wir angesichts des Kleistjahres 2011 als zeitlichen und inhaltlichen Rahmen die Frankfurter Kleist-Festtage. Unter ihrem Motto „Mit dem Feuer spielen ...“ fotografierten die Teilnehmer aus Frankfurts Partnerstädten Gorzów, Słubice, Nimes, Vantaa und Vratsa im Rahmen ihrer Fotostudien Situationen in Frankfurt (Oder) und Słubice, wie freundlich gesinnte Besucher uns sehen, unvoreingenommen und originell. Insbesondere wurden begeistert die Veran-staltungen rund um die Kleistfesttage reflektiert. Erste Ergebnisse gemeinsamer Arbeit wurden in einer beeindruckenden dreiwöchigen Finissage in der Wandelhalle des Kleist Forums präsentiert. Außerdem sind umfangreichere Veröffentlichungen im Internet sowie in gedruckter und digitaler Form erarbeitet worden.
Die Gastfotografen wurden durch Frankfurter Fotofreunde, das deutsch-polnische Kompetenzteam des EuroCamp und Mitarbeiter der Stadtverwaltung individuell betreut.
Besonders vielfältig waren in diesem Jahr wieder die grenzüberschreitenden Aktivitäten auf kulturellem Gebiet.
Seit vielen Jahren gestalten Słubice und Frankfurt (Oder) zusammen ihre Geschicke mit dem Blick auf die europäische Entwicklung. Im gemeinsamen Interesse und in guter Kooperation rücken beide Städte enger zusammen. Das wird von den Menschen hier vor Ort aber auch überregional verstärkt wahrgenommen. So fand nun in diesem Jahr wieder das Stadtfest in beiden Städten zur gleichen Zeit und unter dem gemeinsamen Titel "Bunter Hering – Swawolny Kogucik“ statt. Von Freitag bis Sonntag besuchten mehr als 100.000 Menschen die vielen Veranstaltungen zu beiden Seiten der Oder.  Die imponierende Eröffnung auf der Stadtbrücke mit Teilnahme des brandenburgischen Ministerpräsidenten und des Marschalls der Wojewodschaft Lubuskie machte den Willen beider Städte deutlich, dieses Fest gemeinsam zu feiern.
Im Rahmen des Stadtfestes fand auch ein Workshop mit Vertretern aus den Partnerstädten Nîmes, Vantaa, Gorzów und Słubice statt. In bewährter Tradition trafen sich beim Hansefrühschoppen Vertreter der Politik und Wirtschaft aus Frankfurt (Oder) und Słubice diesmal mit den Repräsentanten der Partnerstädte.
Seit 3 Jahren gibt es den seit Jahren monatlich für Frankfurt (Oder) erscheinenden Veranstaltungskalender „FreiZeit“ auch mit Veranstaltungshinweisen in polnischer Sprache. 1.000 Exemplare werden monatlich in Słubice verteilt und die Słubicer Veranstaltungen werden auch auf der Internetseite der Publikation veröffentlicht.
Im März fanden die 45. „Musikfesttage an der Oder“ statt, die gemeinsam von der Frankfurter Messe- und Veranstaltungs GmbH und der Filharmonia Tadeusz Baird in Zielona Góra organisiert wurden. Die zahlreichen Konzerte fanden in verschiedenen Orten und Einrichtungen zu beiden Seiten der Oder statt. 
Im November fand bereits zum siebten Mal in Frankfurt (O) und Słubice das Festival „transVOCALE“ statt, ein europäisches Festival für Lied und Weltmusik, das gemeinsam von der Frankfurter Messe- und Veranstaltungs GmbH und dem Słubicer Kulturhaus SMOK veranstaltet wurde. Dabei traten Sängerinnen und Sänger, Bands und Ensembles aus aller Herren Länder eine dreitägige musikalische Weltreise an und begeisterten das Publikum in beiden Städten. In diesem Jahr wurde zum 3. Mal der transVOCALE-Preis verliehen, der jedes Jahr an deutsche und polnische Künstler vergeben wird. Er ging diesmal an "Dziuks Küche" aus Deutschland und "Pustki" aus Polen.
Im Spielplanbetrieb der Messe- und Veranstaltungs GmbH sind regelmäßige Gastveranstaltungen im Kleist Forum wie "Alexanderplatz", ein Tanztheaterprojekt aus Warschau, im September 2010, "Frau Luna" von den Uckermärkischen Bühnen Schwedt, in Kooperation mit der Oper im Schloss Szczecin im Oktober 2010 oder der Auftritt des Poznaner Knabenchores mit seinem Adventsprogramm im Dezember 2010.
An der Frankfurter Musikschule gibt es mehrere deutsch-polnische Projekte. Das sind neben dem deutsch-polnischen Jugendorchester, die deutsch-polnische Bigband und deutsch-polnische Streicher-, Gitarren- und Akkordeonensembles. In Zusammenarbeit mit der Słubicer Musikschule fanden die Internationalen Gitarrentage statt. Diese werden seit 2004 sehr erfolgreich in beiden Städte durchgeführt und finden großen Anklang in der Region. Dabei wirken etwa 60 aktive und passive Teilnehmer aus Deutschland und Polen mit.
Das deutsch-polnische Jugendorchester, ein Kooperationsprojekt mit der Musikschule Zielona Góra, zeichnet sich durch vielfältige Konzertaktivitäten aus. Neben vielen Auftritten in Deutschland und Polen findet alljährlich ein gemeinsames Probenlager statt.
Das Frankfurter Museum Junge Kunst stellt einmal im Jahr unter einem konkreten Aspekt Arbeiten aus der Sammlung mit polnischer Druckgrafik in der Rathaushalle vor. Seit Jahren ist es dem Museum möglich, dank der sehr guten Zusammenarbeit mit der Galeria BWA in Zielona Góra , junge polnische Kunst zu zeigen und das Publikum mit umtriebiger Kunst vertraut zu machen. Im Gegenzug dazu wird ein kleiner Einblick in den Bestand des Museums in Zielona Góra gegeben. In diesem Jahr wurde in Frankfurt die Ausstellung „Grüße aus Zielona Góra“ gezeigt, bei der fünf junge Künstler aus der polnischen Stadt ihre Werke vorstellten. Im Gegenzug wurden in der Galerie in Zielona Góra Positionen aus der Sammlung des Museums Junge Kunst Frankfurt (Oder) gezeigt, die Werke der Malerei, Grafik sowie Objekte beinhalteten.
Das Kleist Museum präsentierte seine Kleistausstellung „Reisend durch Europa – Reisen des Heinrich von Kleist 1801-1810“ im deutschen Haus in Kaliningrad.
 
Die Frankfurter Volkshochschule arbeitet seit vielen Jahren mit dem Słubicer Kulturhaus SMOK zusammen. 2003 wurde eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, die die gemeinsame Planung und Durchführung von Sprachkursen, die Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Kunst- und Kulturprojekten und die zukünftige Erweiterung der Angebotsstruktur beider Einrichtungen für deutsch-polnische Kurse / Veranstaltungen beinhaltet.
Die Volkshochschule war an einem Projekt für ältere Lerner (60+) der Stiftung des Collegium Polonicum beteiligt und von dieser beauftragt worden, einen deutsch-polnischen Tandem-kurs zu konzipieren und durchzuführen. Die deutschen Teilnehmer waren Volkshoch-schulteilnehmer und wurden von der VHS dafür geworben. Der Kurs ist mit ca. 40 Teilnehmern insgesamt über 20 Treffen durchgeführt und Anfang Oktober 2010 erfolgreich abgeschlossen worden. Im Anschluss wurde eine unmittelbare Fortsetzung außerhalb der Projektförderung vereinbart. Diese Form der Zusammenarbeit, die bereits in den Vorjahren praktiziert worden ist, soll auch 2011 fortgesetzt werden
 
Die Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (O) arbeitet seit mehreren Jahren mit der Słubicer Stadt- und Gemeindebibliothek und auch mit der Bibliothek des Collegium Polonicum in Słubice zusammen. Ca. 60 Nutzer aus Polen sind in der Frankfurter Bibliothek als Leser angemeldet.
·         Die Kinderbibliothek der Stadt- und Regionalbibliothek hat in diesem Jahr wieder in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Brandenburg e.V. ein Projekt mit deutschen und polnischen Kindern mit dem Titel „Mit Tönen fliegen lernen...“ durchgeführt.  Daran nahmen jeweils zehn Mädchen und Jungen der 5. und 6. Klassen aus der Frankfurter Lessing Schule und der Schule im polnischen Kowalów teil, die sich für die einwöchige Teilnahme beworben haben. Unter Regie des Autors, der gleichzeitig Schauspieler ist und auf eine große Anzahl solcher Projekte zurückblicken kann, entstand ein zweisprachiges Theaterstück
·         Nach Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt, der Stadt- und Gemeindebibliothek Słubice, der Univer-sitätsbibliothek der Europa-Universität Viadrina und der Bibliothek des Collegium Polonicum in Słubice im vergangenen Jahr wurden es in diesem Jahr zahlreiche gemeinsame Aktivitäten durchgeführt. Zuletzt gab es zum Tag der Bibliotheken am 22.10.2010 einen gemeinsamen Spaziergang und Führungen durch alle vier Bibliotheken.
·         .Die Bibliothek führt in Zusammenarbeit  mit dem Verein My Life e.V die Veranstal-tungsreihe „Das Leben erzählen“ durch, die einmal im Monat stattfindet. Der Verein beschäftigt sich mit den Lebensgeschichten deutscher und polnischer Bürger und hält diese schriftlich für die Nachwelt fest. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Biografien zu sammeln und zu veröffentlichen. Diese persönlichen Lebensgeschichten werden aufgeschrieben, in Form von biografischen Alben herausgegeben und im Collegium Polonicum in Słubcie im „Archiv für menschliche Schicksale” für die Öffentlichkeit aufbewahrt. Bei der neuen Veranstaltungsreihe „Das Leben erzählen“, werden in der Frankfurter Stadt- und Regionalbibliothek einmal im Monat in Form eines Erzählnach-mittags diese archivierten Biografien vom jeweiligen Autor vorgestellt. An diesem Veranstaltungen nehmen jeweils 30 – 100 interessierte Zuhörer teil
·         In diesem Jahr wurde eine Kooperation zwischen der Stadt- und Regionalbibliothek der Stadt Frankfurt (Oder) und der Stadtbibliothek der belorussischen Partnerstadt Witebsk vereinbart. Die Kooperation beinhaltet einen fachlichen Austausch. Vereinbart wurden ein wechselseitiger Bibliotheksbesuch und ein fachlicher Informationsaustausch.
Das Słubicer Kulturzentrum SMOK führte in Zusammenarbeit mit vielen Einrichtungen und Institutionen in Frankfurt und Słubice das Festival für Neue Kunst lAbiRynT durch, das aus mehreren Teilprojekten bestand. Innerhalb von drei Tagen präsentierten sich an sieben Veranstaltungsorten der deutsch-polnischen Doppelstadt Dutzende internationale Künstler in Ausstellungen, Installationen, Vorträgen und Filmen.
Der deutsch-polnische Verein „Słubfurt“ realisiert verschiedene deutsch-polnische Projekte. Das wichtigste Projekt in diesem Jahr war die „Słubfurter Mediathek“. Im Projektzeitraum von Februar bis November 2010 wurden deutsche und polnische Exponate in der Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (Oder) und der Stadt- und Gemeindebibliothek Słubice ausgestellt. Im Laufe dieses Projektes gab es zudem zahlreiche Veranstaltungen in Słubice und Frankfurt, an denen jeweils zwischen 20 – 80 Interessierte teilnahmen. Dazu gehören Veranstaltungen wie z.B. „Geschichte vor Ort“ oder „Erinnerungen an den GULAG“.
 
Im Frankfurter Theater des Lachens fand im November das Festival für osteuropäisches Puppen- und Objekttheater „Osthafen III“  statt, an dem neben dem Frankfurter Theater Gruppen aus Russland und Polen teilnahmen. Das Programm stand in diesem Jahr unter dem Thema „Frauen an Grenzen“.
Im Juni 2010 war das Theater des Lachens zu Gast bei einem Festival in Prag
Das Monatsprogramm des Theaters erscheint regelmäßig auch in polnischer Sprache.
Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt hat in Zusammenarbeit mit der Musikschule Słubice, dem Chor Adoramus  aus Słubice und der 1. Schule Słubice sowie dem Spatzenchor der Singakademie Frankfurt (Oder) und der Grundschule Mitte Frankfurt (Oder) ihr zweites Education-Projekt, die Kinderoper „Noahs Flut“ von Benjamin Britten, vorbereitet, die in der ausverkauften Frankfurter Konzerthalle ihre Premiere feierte. Inzwischen arbeitet das Orchester zusammen mit der Musikschule Słubice bereits am dritten deutsch-polnischen Education-Projekt, der tschechischen Kinderoper „Brundibar“ mit dem Vorprogramm „Sing Yiddish“, das am 8. Mai 2011 Premiere haben wird.
 
Die Frankfurter Singakademie gastierte mit Beethovens 9. Sinfonie überaus erfolgreich im griechischen Thessaloniki.
 
Im Rahmen der diesjährigen Kleist-Festtage wurde auf der polnischen Seite in Słubice der zweite Teil eines deutsch-polnischen Chortheaterprojektes mit dem Titel „Käthchen - die Feuerprobe“ aufgeführt. Das Projekt läuft über drei Jahre und wird seinen großen Abschluss im Kleistjahr 2011 finden. Aufführende waren 300 Frankfurter und Słubicer Musikschaffende und Bürger, die viel Beifall von Tausenden Zuschauern aus beiden Städten, darunter auch internationalen Gästen, für ihre Darbietungen erhielten.
 
Frankfurt (O) als Sportstadt hat vielfältige Aktivitäten auf sportlichem Gebiet aufzuweisen.
Beide Städte erarbeiten alljährlich einen Sportkalender, der gemeinsam organisierte  Sportveranstaltungen enthält sowie Veranstaltungen auf beiden Seiten, an denen auch Interessierte der jeweils anderen Seite teilnehmen können bzw. sollen.
Am 20. Sport- und Familienfest der Frankfurter Sportunion im März nahmen Hunderte sportinteressierte Eltern und Kinder teil, darunter auch wieder Kinder aus Słubice. Frankfurter Sportler sind regelmäßige Teilnehmer bei Słubicer Sportmeetings, wie z.B. an den traditionellen Läufen zum Tag der Unabhängigkeit, und Frankfurter Einwohner nutzen den neuen Golfplatz in Słubice.
Anfang Juni fand im Frankfurter Stadion wiederum die Veranstaltung „Fit für die Schule“ statt, bei der sich 350 Frankfurter und Słubicer Vorschulkinder zu Sport und Spiel trafen.
Im September fanden bereits zum sechsten Mal die Sportspiele der Jugend der Grenzstädte in Frankfurt (O) und Słubice statt. Diese Spiele sind inzwischen zu einem festen Bestandteil im Sportkalender beider Städte geworden. Es gab Wettkämpfe in der Leichtathletik, im Fußball und im Tischtennis. Die Jüngsten – im Alter von 6 Jahren – maßen ihre Geschicklichkeit bei Staffelspielen. Die feierliche Eröffnung der Spiele fand wiederum im Słubicer Stadion statt.
Im September fand in Gorzów ein dreitägiger Workshop mit Verantwortlichen des Sports aus den Partnerstädten Frankfurt (Oder), Słubice und Vantaa statt. Dabei wurden auch die Sporteinrichtungen in Gorzów besucht und Kontakte für eine Zusammenarbeit bei bestimmten Sportarten betroffen. Es wurde vereinbart, das Sommercamp der Partnerstädte von Frankfurt (O) im kommenden Jahr als Sportcamp durchzuführen.
Frankfurter Schulen haben vielfältige Kontakte zu Partnerschulen in anderen Ländern, mit denen auch in diesem Jahr wieder gemeinsame Projekte realisiert wurden:
·         Die Grundschule Mitte in Frankfurt (Oder) unterhält seit Jahren partnerschaftliche Be-
ziehungen mit der Schule Nr. 1 in Słubice. Die Schule ist die einzige im Land Brandenburg, in der auf der Grundlage von Rahmenplänen die Kinder gleichzeitig ab der Jahrgangsstufe 1 neben der englischen auch die polnische Sprache erlernen können. Von den 426 Schülern nehmen 170 (=40 %) dieses Angebot wahr. Durch die engen Kontakte mit der Słubicer Schule wird der Polnischunterricht bereichert und erlebnisnah gestaltet.
Die Schule nahm gemeinsam mit der Słubicer Partnerschule an der bundesweiten Aktion „Fit am Ball Afrika“ teil, bei der die Schüler einen Ball in einzelnen Gruppen von einer Schule zur anderen über die Oderbrücke dribbelten. Die gesamte Strecke betrug ca. 3.000 m. Fürs Dribbeln wurde gespendet. Die Spenden fließen in 21 afrikanische Projekte.
 
·         In der Erich-Kästner-Grundschule in Frankfurt gibt es eine Arbeitsgemeinschaft Polnisch. Dieses neue Angebot wurde möglich, weil der Inhaber einer Słubicer Pizzeria dafür 300 Euro spendete.
·         Seit 1997 gibt es bereits eine Schulpartnerschaft zwischen der Frankfurter Hutten-
 Gesamtschule und einer Schule in Ziguinchor in der Republik Senegal. Im Januar  besuchten 6 Schüler und zwei Lehrer wiederum die Partnerschule im Senegal. Der Besuch stand diesmal unter dem Motto „Gesundheit – Aidsprävention“.
·         Die Frankfurter Heinrich von Kleist-Oberschule unterhält seit 2007 einen jährlichen Schüleraustausch mit dem Collège Sacré Coeur aus dem französischen Thonon-les-Bains im Südosten Frankreichs. Die Schüler wohnen jeweils bei Gasteltern und nehmen auch am Unterricht teil.
·         Die Frankfurter Sportschule unterhält seit zwei Jahren Kontakte mit der Internationalen Deutschen Schule in Johannisburg. Dort ist ein Lehrer der Frankfurter Schule tätig.
·         Die Lessingschule hat gemeinsam mit der Partnerschule aus dem polnischen Kowalów das Projekt „Mit Tönen fliegen lernen“ realisiert. Dazu wurden aus beiden Schulen jeweils 10 Kinder im Alter von 10 – 12 Jahren eingeladen, gemeinsam ein Theaterstück vorzubereiten und aufzuführen. In der Projektwoche wohnten und arbeiteten die Kinder gemeinsam im Waldjugendheim in Müllrose. Im Anschluss daran wurde das Theaterstück in Frankfurt und in Kowalów aufgeführt.
·         Das Karl-Liebknecht Gymnasium unterhält im Rahmen der UNESCO-Arbeit und als COMENIUS-Schule partnerschaftliche Beziehungen zu Schulen in Polen (Partnerstädte Gorzów und Słubice), Belarus (Partnerstadt Witebsk), Großbritannien (Nottingham), Schweden (Trollhättan) und Frankreich (Partnerstadt Nimes sowie Wissembourg).
Bilaterale Schülerbegegnungen gab es 2010 mit den Schulen in Witebsk (September), Nîmes (April und November) sowie den polnischen Partnern (März und September).
Seit 1992 funktioniert an der Schule ein deutsch-polnisches Schulprojekt: 103 Mädchen und Jungen aus Polen lernen z.Zt. am Karl-Liebknecht-Gymnasium. Die Schüler werden in der 10. Klasse aufgenommen und erwerben nach vierjähriger Ausbildung die allgemeine Hochschulreife. Dem Charakter des Projektes trägt zweisprachiger Unterricht in einigen Fächern, z.B. in Kunst und Musik, Rechnung.
Das herkömmliche deutsch-polnische Schulprojekt (gemeinsames Lernen deutscher und polnischer Schüler in den Jahrgangsstufen 10 bis zum Abitur in der Jahrgangsstufe 13) wird seit 2005 mit einer erweiterten Basis in der Sekundarstufe I versehen. Dazu erfolgt in den Jahrgangsstufen 7 – 9 eine enge Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Nr. 2 in Słubice. Im Verlauf des 7. Schuljahres lernen die Frankfurter und Słubicer Schüler ihre jeweiligen Partnerschule und ihre potentiellen Klassenkameraden der nächsten Schuljahre kennen. Man plant und realisiert gemeinsame Unterrichtsprojekte, schulische Höhepunkte, Klassenfahrten u.ä.
Ab Jahrgangsstufe 8 und dann fortgesetzt in 9 wird ein gemeinsamer Unterrichtstag für jeweils 12 deutsche und 12 polnische Schüler, zusammengefasst in einem gemischten deutsch-polnischen Kurs, bei 14-tägigem Wechsel des Ortes in Słubice bzw. Frankfurt, absolviert. Die Schüler werden in Sachfächern (Mathematik, Kunst, Politische Bildung, Musik und Sport) in der jeweiligen Fremdsprache unterrichtet. 
Zunehmend gibt es auch deutsche Schüler der Schule, die für ein halbes oder längstens ein Schuljahr nach Polen gehen und mit individuellen polnischen Partnern gemeinsam lernen. Gegenwärtig befinden sich drei Schülerinnen der 11. Jahrgangsstufe an einer Schule im polnischen Poznan.
·           Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der französischen Partnerstadt Nîmes wurde 2008 ein Schüleraustausch zwischen dem Frankfurter Karl-Liebknecht-Gymnasium und dem Gauß-Gymnasium sowie dem Lycée „Philippe Lamour“ in Nîmes begonnen. In diesem Jahr waren die französischen Schüler bereits zum zweiten Mal zu Gast bei ihren Frank-furter Partnern und die Frankfurter Schüler besuchten im Oktober die Partnerschule in Nimes.
Das Gauß-Gymnasium realisierte in diesem Jahr wieder einen Schüleraustausch mit dem College aus Saugues/Frankreich, wobei im Mai und September für 8 Tage Besuche stattfanden.
Weitere Schüleraustausch-Programme gibt es mit Schulen in Frankreich und Schweden. Schüler des Gymnasiums nahmen wiederum an internationalen Olympiaden in Physik, Mathe, Biologie und Chemie teil.
Alle Schüler nahmen am Wettbewerb „Känguru“ teil, einem mathematischen Multiple-Choice-Wettbewerb mit mehr als 5,5 Mio Teilnehmern in vielen europäischen und außereuropäischen Ländern.
 
·         Zehn Auszubildende des Konrad-Wachsmann-Oberstufenzentrums haben in der Bretagne ein vierwöchiges Praktikum absolviert. Die angehenden Köche, Restaurant- und Hotelfachleute arbeiteten in französischen Betrieben. Im Anschluss daran erhielten sie einen Europapass, der Erfahrungen und Kompetenzen der Auszubildenden doku-mentiert und für Arbeitgeber in ganz Europa nachvollziehbar macht.
·         Seit 1999 gibt es das Schulprojekt „Biulding Bridges“, in dem deutsche, polnische und israelische Schüler und Lehrer arbeiten Aus dem Projekt sind in den Jahren neun Jugendliche für ein soziales Jahr nach Israel gegangen. Sie wollten noch mehr Erfahrungen sammeln, als im Projekt möglich war. Im April reiste wiederum eine Gruppe von 18 Schülern nach Israel. Dort trafen sie auch mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten zusammen, der sich mit einer Delegation von Unternehmern in Israel aufhielt. Bereits zwei Wochen zuvor waren einige der israelischen Schüler in Frankfurt und Słubice zu Gast. Gemeinsam sind die Schüler zu einem Workshop nach Gorzów gefahren. Eine Ausstellung im Frankfurter Rathaus demonstrierte anschaulich dieses erfolgreiche langjährige Projekt.
 
Das Überbetriebliche Ausbildungszentrum Bauwirtschaft (ÜAZ) Frankfurt (Oder) unterhält vielseitige Kontakte mit ausländischen Partnern in Polen, Tschechien, Lettland, Russland, Rumänien, Bulgarien und Norwegen.
Gemeinsam mit der Fachschule für Gastronomie der polnischen Partnerstadt Gorzów wurde das Interreg-Projekt „Grenzüberschreitende Küche Gorzów – Frankfurt (O)“ realisiert. Ziel des Projektes waren gemeinsame Ausbildungsabschnitte von deutschen und polnischen Auszubildenden, die gemeinsame Ausarbeitung von Ausbildungsunterlagen und die Modernisierung der Ausbildungsbedingungen in Gorzów.
20 Auszubildende aus Polen haben einen dreiwöchigen Ausbildungsaufenthalt im ÜAZ absolviert. Je zehn Berufsschüler der Bauschule Koszalin hatten die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten im Fliesenleger-Handwerk und im Mauerwerksbau weiterzuentwickeln. Bei der Abschlussveranstaltung wurde den Teilnehmern ein Zertifikat überreicht, das ihnen ihre neu gewonnene Qualifikation nach EU-Richtlinien bescheinigt.
Auch die Zusammenarbeit zwischen den vier Słubicer Kitas und Frankfurter Kindertagesstätten ist sehr umfangreich und besteht größtenteils schon seit vielen Jahren.
·         Seit dem Jahr 2000 besteht in Frankfurt die Eurokita“ des Vereins „Eurokita e.V.“, die über 54 Plätze verfügt – 34 für deutsche und 20 für polnische Kinder. Das Projekt als solches existiert seit 1997. Hier geht es darum, Kinder aus beiden Ländern gemeinsam aufwachsen zu lassen. Das Interesse der Eltern, ihre Kinder in dieser Einrichtung unterzubringen, ist groß. Die Warteliste ist lang. Das war auch ein Grund dafür, dass Słubice sich entschieden hat, in einer geplanten Kita auch deutsche Kinder aufzunehmen.
·         Die Frankfurter Kitas Bambi“ und „Kinderland am Park der Pewobe gGmbH unterhalten seit 1992 enge Verbindungen zum Słubicer Kindergarten „Jarzębinka”. Kinder der älteren Kindergartengruppen treffen sich monatlich in Słubice oder Frankfurt. So fand in diesem Jahr auch wiederum das gemeinsame Weihnachtsfest der Kita „Bambi“ mit der Kita „Jarzebinka“ statt im Frankfurter Eurocamp am Helenesee statt.
Die Pewobe hat in diesem Jahr bereits ihren 4. deutsch-polnischen Kindertag gefeiert, an dem bei zwei Veranstaltungen insgesamt über 800 deutsche und polnische Kinder teilnehmen.
In diesem Jahr feierte die deutsch-polnische Seniorenakademie ihr zehnjähriges Bestehen. Monatlich finden Vorträge abwechselnd auf der deutschen und auf der polnischen Seite zu interessanten Themen statt. Besucher der Vorlesungen sind nicht nur Senioren aus beiden Städten und dem Umland, sondern auch interessierte Bürger beider Städte.
Alljährlicher Höhepunkt für die Senioren ist das deutsch-polnische Seniorensportfest, das in diesem Jahr bereits zum 16. Mal stattfand. Im Frankfurter Stadion trafen sich 250 deutsche und polnische Senioren, um gemeinsam einen geselligen Nachmittag bei Sport und Kaffee und Kuchen zu verbringen. 
Auf dem Gebiet des Gesundheitswesens gibt es eine Zusammenarbeit zwischen dem Frankfurter Gesundheitsamt und der Partnereinrichtung des Kreises Słubice.
Es werden regelmäßig Quartalsberichte mit Angabe der auf dem jeweiligen Territorium aufgetretenen Anzahl von Infektionskrankheiten ausgetauscht.
Darüber hinaus erfolgen Kontakte aus besonderen Anlässen bei Erkrankungen, bei denen eine grenzüberschreitende Aktivität zu vermuten oder wahrscheinlich ist.
Im Januar fanden in Frankfurt die deutsch-polnischen Jugendfilmtage statt. Die Veranstaltung wurde von der Aids-Hilfe Potsdam organisiert.
 
In der Zusammenarbeit mit dem Nachbarkreis Słubice besteht die engste Zusammenarbeit (seit Jahren) zwischen den Berufsfeuerwehren der Stadt Frankfurt und des Kreises Słubice. Jährlich wird eine Vereinbarung über Zusammenarbeit unterzeichnet, die Erfahrungsaustausche, gemeinsame Übungen aber auch gemeinsame Feiern beinhaltet.
Die Feuerwehren aus Frankfurt (O) und Słubice werden im Jahr 2011 gemeinsam die Internationale Feuerwehrsternfahrt ausrichten, die alle zwei Jahre in einer anderen Stadt stattfindet. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Sternfahrt, dass dieses Ereignis in zwei Ländern stattfindet. Inzwischen laufen die Vorbereitungen zu diesem Ereignis auf Hochtouren. Dazu wurden mehrere gemeinsame deutsch-polnische Arbeitsgruppen gebildet, die regelmäßig zusammentreffen, um die notwendigen Arbeiten zu organisieren und zu koordinieren.
Es gab wiederum gemeinsame Übungen z.B. im Gewässerschutz oder zur Zusammenarbeit mit den verschiedenen Hilfsorganisationen ebenso wie Workshops zu interessierenden Themen.
 
Im Rahmen der Vereinbarung über die städtepartnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Frankfurt (Oder) und dem belarussischen Witebsk reiste im Juli eine repräsentative Delegation der Stadt Frankfurt (Oder) unter Leitung des Sonderbeauftragten für Internationale Zusammenarbeit nach Witebsk, um an Veranstaltungen des Kulturfestivals „Slawischer Markt“ im Rahmen eines „Deutschen Tages“ teilzunehmen. Der Delegation gehörten u.a. die aus diesem Anlass gebildete deutsch-polnische Musikformation „Frankfurter Music Friends“ und der Słubicer Chor Adoramus an, die erfolgreich bei verschiedenen Konzerten in Witebsk auftraten. Weitere Höhepunkte waren die Eröffnung der Fotoausstellung „Bilder einer Doppelstadt – Frankfurt (Oder) – Słubice“, des bekannten Frankfurter Fotografen Winfried Mausolf  sowie der in russischer Sprache gefertigten Kleistausstellung „Reisend durch Europa – Reisen des Heinrich von Kleist 1801-1810“. Das Treffen der bisherigen Witebsker Teilnehmer des Sommercamps der Partnerstädte (160), die Auszeichnung der Preisträger des Wettbewerb einer Kleistübersetzung und die Informa-tionsveranstaltung über Studienmöglichkeiten an der Viadrina rundeten das Programm ab. Verbindliche Vereinbarungen wurden bei Treffen mit der Direktion der Witebsker Bibliothek und dem Behindertenheim „Insel der Hoffnung“ abgeschlossen. Ein gemeinsames Konzert der deutsch-polnischen Musiker mit mehreren Witebsker Kulturgruppen und Musik-formationen, die zuvor bereits in Frankfurt weilten, Begegnungen in Kultureinrichtungen und weitere Treffen manifestierten die Zusammenarbeit.
Im September gab das Militär- Blasorchester aus Witebsk ein Gastspiel mit mehreren Auftritten in Frankfurt, das finale Konzert gemeinsam mit der Frankfurter Fanfarengarde.
Auch die Kameraden der Frankfurter Berufsfeuerwehr weilten in diesem Jahr wieder zu einem Erfahrungsaustausch bei ihren Witebsker Kollegen. 
Die Frankfurter und Eisenhüttenstädter Gruppe des Solidaritätsdienstes International (Sodi) unterzeichneten im Januar einen Vertrag mit dem Minsker Institut für Strahlen-sicherheit. Ende vergangenen Jahres wurde aus Spendenmitteln von Sodi ein Auto zur Installation einer mobilen Messstation finanziert und an das Institut übergeben. Der Vertrag sieht nun vor, dass dieses Fahrzeug mit Messgeräten ausgestattet wird, mit denen die gegenwärtige Strahlenbelastung von Lebensmitteln und Personen nachgewiesen werden kann. Die Sodi-Gruppen werden auch weiterhin Erholungsaufenthalte für strahlen-geschädigte Kinder finanzieren.
Polnische Firmen sind in immer stärkerem Maße auf allen Messen vertreten, so auch auf dem Messetrio: „Aktiv und Gesund“, „Weihnachten“, und „Food & Taste“, das in diesem Jahr bereits zum fünften Mal stattfand.
Der diesjährige Frankfurter Weihnachtsmarkt wurde bereits zum fünften Mal als deutsch-polnischer Weihnachtsmarkt gestaltet, auf dem wieder polnische Händler vertreten waren und polnische Kulturgruppen auftraten.
Der Frankfurter Tourismusverein stellte gemeinsam mit seinen Słubicer Partnern ein zweisprachiges Gastgeberverzeichnis für beide Städte vor. Im Oktober präsentierte er sich als europäische Doppelstadt auf der Internationalen Tourismusmesse im polnischen Poznan. 25.000 Besucher kamen am ersten Messetag.
Gemeinsam mit Słubice wurden zahlreiche Messen im In- und Ausland gemeinsam besucht und mit Standpersonal betreut, dazu gehörten u.a. die ITB in Berlin und die Reisemesse in Wrocław.
 
Das Frankfurter Investor Center Ostbrandenburg (ICOB) arbeitet mit den Städten Frankfurt (O) und Słubice daran, kleine und mittlere Firmen in beiden Städten anzusiedeln. Dazu soll ein gemeinsames Ansiedlungsnetzwerk für Investitionen in der Grenzregion entstehen. Dazu wurde ein entsprechendes Projekt erarbeitet, das mit EU-Mitteln realisiert wird.
Das Frankfurter Business- und Innovationscenter (BIC) realisiert gemeinsam mit der Lubusker Stiftung Westliches Wirtschaftszentrum das Projekt „Viadukt innovativ - Grenzüberschreitende Kooperation und Netzwerkbildung von KMU und Wissenschaft“. Dieses Projekt wird ebenfalls durch EU Gelder gefördert und läuft über drei Jahre.
 
Seit einigen Jahren werden in Frankfurt (Oder) Stolpersteine verlegt. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die von Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Freitod getrieben wurden. 2009 wurde erstmals auch im polnischen Słubice ein Stolperstein verlegt, der auch dort an Verfolgte des Nazi-Regimes erinnert. Auch in diesem Jahr wurde wieder ein Stolperstein in Słubice verlegt. Er erinnert an den Arbeiter Erich Schulz, der ein bekanntes Mitglied der KPD in Frankfurt (Oder) war.
Seit 2009 wurde zu den „Stolpersteinen“ das begleitende Projekt „Stolpersteine – Jüdisches Leben vor Ort“ des Instituts für angewandte Geschichte durchgeführt. Im Ergebnis des Projektes entstanden zwei Broschüren, die über die Schicksale derjenigen Menschen informieren, zu deren Gedenken die Stolpersteine verlegt wurden. Im Zusammenhang damit entstanden auch ein Audioguide und ein virtueller Stadtspaziergang zu Stolpersteinen im Allgemeinen und der jüdischen Geschichte Frankfurts im Besonderen, zu der auch der ehemalige jüdische Friedhof auf der polnischen Seite gehört.
 
Die Zusammenarbeit der Polizeibehörden beiderseits der Oder wird immer vielfältiger. Seit Juli gibt es auch gemeinsame Fahrradstreifen durch die Nachbarstädte Frankfurt und Słubice. Jeweils vier Beamte aus beiden Ländern radeln dabei regelmäßig über die Oder.  Deutsch-polnische Polizeistreifen sind nicht neu. Zu Fuß waren die ersten Beamten schon vor fünf Jahren gemeinsam unterwegs. In Frankfurt gibt es die Radstreifen schon seit zwei Jahren. In Słubice dagegen sind sie eine Neuheit.
 
Seit dem Beitritt Polens zum Schengener Abkommen im Dezember 2007 arbeitet eine gemischt besetzte Dienststelle mit dem Namen „Gemeinsames Zentrum der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit" im polnischen Swiecko, am ehemaligen Grenzübergang an der Autobahn. Eine Schwerpunktaufgabe dieses Gemeinsamen Zentrums ist die Bearbeitung von Ersuchen/Anfragen im Rahmen der polizeilichen Rechtshilfe.
 
Seit mehreren Jahren gibt es bereits eine deutsch-polnische Verbraucherberatung in Frankfurt, die deutschen und polnischen Ratsuchenden offen steht. In den vergangenen 12 Monaten gab es mehr als 2.100 Anfragen von Verbrauchern rund um das Thema „Einkaufen im Nachbarland“. 
 
Eine Zusammenarbeit besteht auch zwischen dem Deutschen Roten Kreuz in Frankfurt (Oder) und dem Polnischen Roten Kreuz in Słubice. Die Deutsche Lebensrettungsgesell-schaft hat einen Kreisverband Frankfurt (Oder) – Słubice, der für beide Städte Rettungs-schwimmer und –sanitäter ausbildet.
Die Kameraden der DLRG waren ebenso wie die Frankfurter Feuerwehrleute beim Oderhochwasser im Mai auf der polnischen Seite im Einsatz. Dafür dankte ihnen der Słubicer Bürgermeister auf einer Veranstaltung im Słubicer Stadion.
 
Die Polizei aus Brandenburg / Frankfurt (Oder) hat genauso wie die Feuerwehrleute der Region in diesem Jahr wiederum die polnischen Kollegen bei der Absicherung der Massenveranstaltung „Haltestelle Woodstock“ im polnischen Kostrzyn unterstützt.
 
In der Stadt Frankfurt (Oder) gibt es weitere vielfältige internationale Beziehungen, die in diesem Bericht nur am Rande erwähnt sein sollen.
Die Frankfurter Europa Universität Viadrina hat im Herbstsemester 2010/2011 über 6.000 Studierende aus 75 Ländern, wobei der Anteil der ausländischen Studenten bei etwas über 23 % liegt, davon sind etwa die Hälfte polnische Studierende. Internationale Studenten-organisationen wirken erfolgreich an der Viadrina: die Interstudis, Elsa, Spotkanie, Lahoda, AEGEE, AIESEC und der international besetzte AStA.
Die Viadrina zählt zu einer der fünf internationalsten deutschen Hochschulen. Sie kooperiert mit mehr als 140 akademischen Institutionen weltweit, die Studenten leben und studieren auf beiden Seiten der Grenze.
Die Universität arbeitet in enger Partnerschaft mit dem Collegium Polonicum in Słubice, einer gemeinsamen Einrichtung der Viadrina und der Adam- Mickiewicz Universität Poznan.
Das Sprachenzentrum der Europa-Universität Viadrina entwickelt den evangelischen Kindergarten Gertraud-Marien in Frankfurt (Oder) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Glottodidaktik der Universität Poznan und der viadrina sprachen gmbh zum ersten deutsch-polnischen bilingualen Kindergarten. Monolinguale deutsche Kinder und bilinguale deutsch-polnische Kinder erleben Mehrsprachigkeit im Immersionsverfahren unter wissenschaftlicher Begleitung und Dokumentation. Das Projekt wird finanziert von der evangelischen Kirche, der Luther- und der Hardenbergstiftung.
 
Frankfurt (Oder), den 15.12.2010
Teilen

Logo Stadt Frankfurt (Oder)